Bürgerliche Wählervereinigung

Ernst - Heinkel: Stellungnahme der BWV-Fraktion

Ich glaube wir sind uns alle darin einig, dass sich Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und interessierte Bürger durch Fachvorträge
und Ausstellungen im Museum mit der Person und Wirken -im positiven und negativen- von Ernst Heinkel umfassend auseinandersetzen konnten und auch auseinandergesetzt haben. Remshaldener Bürger haben in großer Zahl die angebotenen Informationsmöglichkeiten  genutzt. Das war gut so!
 
Die von manchen Gruppen eingeforderte und von der Gemeinde angebotene Möglichkeit einer Bürgeranhörung und Stellungnahme ist zu unserem großen Erstaunen,
vor allem auch bei jüngeren Mitbürgern, dann nur auf sehr geringe Resonanz gestossen.
Nur 5% der Bürger haben sich geäussert.
Das Ergebnis war ebenfalls überraschend:
Fast 60% waren für die Beibehaltung des Schulnamens und nur rd. 42 % für eine Umbenennung.
Bei der Frage einer Umbenennung der Ernst-Heinkel-Str. fiel das Votum noch deutlicher aus : 84 % waren dagegen, von den betroffenen Anwohnern sogar 97%.
 
Wie gehen wir Gemeinderäte mit diesem Votum unserer Bürger um?
Wischen wir dies einfach auf die Seite etwa mit der Begründung: Wir haben ja keine Schweizer Verhältnisse.
So kann es sicher nicht gehen. Wir können nicht die Meinung unserer Bürger einfordern und sie dann einfach negieren.
Uns Gemeinderäten der BWV fällt daher die Entscheidung über die Umbenennung unserer Realschule nicht leicht!
Wenn jedoch der Lehrkörper der Realschule seinen Bildungs- und Erziehungsauftrag und die Wertevermittlung an die Schüler gefährdet sieht, haben wir das zur Kenntnis zu nehmen.
Wir finden es aber bedauerlich, dass sich zumindest der Homepage der EHR keine schulinterne Auseinandersetzung mit der Thematik Heinkel, etwa in Gestalt von Themenprojekten, entnehmen lässt.
Eine nachhaltige Pflege von Erinnerungskultur erfordert von uns mehr als das bloße Ausradieren eines Namens.
 
Nicht zuletzt wegen des anstehenden Umzuges an einen anderen Standort, in neue Räumlichkeiten können wir einer Umbenennung der Realschule zum Umzugszeitpunkt zustimmen.
 
Eine Umbenennung der Ernst-Heinkel-Str. kommt für uns jedoch nicht in Betracht.
Zum einen erfolgte die Benennung der Strasse vor den Zeiten des Nationalsozialismus in Würdigung der Leistungen Heinkels als Flugpionier.
Zum anderen sehen auch die Remshaldener Bevölkerung und v.a. auch die hauptbetroffenen Anwohner keine Notwendigkeit einer Namensänderung.
 
Die Anbringung von Informationstafeln im Ort sehen wir in der Fraktion etwas differenzierter.
 
Eine Informationstafel auf dem Friedhof halten wir für nicht notwendig.
Wenn selbst Manfred Rommel bei der Zulassung der Bestattung der RAF-Terroristen Baader, Ensslin und Raspe auf dem Stuttgarter Dornhaldenfriedhof
 erklärt hat, dass mit dem Tod  jede Feindschaft endet und Ruhe einkehren darf, muss dies umso mehr auch für Ernst-Heinkel auf unserem Grunbacher Friedhof gelten.
Daneben bestehen jedenfalls für mich auch rechtliche Bedenken, ob unsere Friedhofsatzung überhaupt derartige Hinweis- und Informationstafeln zulässt.
 
Mehrheitlich aber nicht einhellig halten wir in unserer Fraktion Informationstafeln zu Ernst-Heinkel auch an anderen Standorten für nicht erforderlich.
Zum einen wurde die Remshaldener Bevölkerung im Rahmen der Befragung hierzu bislang nicht angehört.
Zum anderen setzt sich unser hervorragend aufgestelltes und von vielen Seiten hochgelobtes Museum umfassend
 mit der Person Ernst-Heinkel und dessen Wirken in der Zeit des nationalsozialistischen Unrechtsstaates auseinander.
Jeder  Besucher, ob jung, ob alt erhält hier umfassende Informationen.
 
Niemand wird daher unserer Gemeinde den Vorwurf machen können, sich nur unzureichend mit Ernst-Heinkel, dessen Wirken und Verstrickungen im NS-Staat beschäftigt zu haben.
 
Wir bitten deshalb um getrennte Abstimmung der Ziff. 2-5 jeweils nach Satz 1 und 2.

 
Für die BWV-Fraktion
Roland Schanbacher 


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